
NGC 7331
NGC 7331 – ein Stern explodiert im Licht einer fernen Spirale
Ein kleiner, bläulich weißer Lichtpunkt neben dem hellen Zentrum macht diese Aufnahme zu einem Zeitdokument: SN 2026aaiv, eine neue Supernova in NGC 7331. Die markierte Quelle ist Teil der fernen Galaxie. Ihr Licht erreicht uns nach einer Reise von ungefähr 45 Millionen Jahren aus dem Sternbild Pegasus.
Ein neuer Lichtpunkt im September. Die Himmelsüberwachung ATLAS entdeckte das Ereignis am 1. September 2026 unter dem Namen ATLAS26krw, bei 17,33 ± 0,19 mag im orangefarbenen ATLAS-Band. Am Vortag war dort noch keine Quelle nachgewiesen worden. Der Transient Name Server führt die Supernova inzwischen als Typ Ia: eine thermonukleare Explosion eines Weißen Zwergs. Welches Doppelsternsystem sie ausgelöst hat, ist damit noch nicht entschieden.
Was ihr Spektrum verrät. Nico Montigiani und Massimiliano Mannucci beobachteten sie am 4. September am Observatorium „Margherita Hack“ bei Florenz. Die blauverschobene Siliziumlinie Si II bei 6355 Å ergab 13.500 ± 500 km/s für das expandierende Material – rund 4,5 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Der Spektralvergleich deutete damals auf eine frühe Phase, ungefähr zehn Tage vor dem Helligkeitsmaximum. Das ist eine Einordnung des Spektrums, keine Messung des Maximums in diesem Bild. Forschungsstand: 11. September 2026.
Die Bühne der Explosion. NGC 7331, auch Caldwell 30, zeigt ihre Scheibe stark geneigt: Dunkle Staubbänder zeichnen sich vor dem warmen Zentralbereich ab, außen verlaufen bläuliche Spiralarme. William Herschel entdeckte die Galaxie 1784. Ihre Größe und Masse ähneln denen der Milchstraße. Die kleineren Galaxien ringsum gehören zur scheinbaren „Deer Lick Group“, liegen aber weit hinter NGC 7331. Das Bild vereint Vordergrundsterne unserer Milchstraße, die nahe Spirale und einen viel ferneren Galaxienhintergrund.
Wo am Himmel
Das Rechteck ist das echte Bildfeld dieser Aufnahme, mit gemessener Drehung — kein Symbol. Die Sternbildfigur und die Sternpositionen stammen aus SIMBAD.
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Ausschnitte

Spirale & Staub
NGC 7331 – Staub vor dem leuchtenden Zentrum
10,0′ × 5,7′·22h 37m 04.82s +34° 24′ 44.7″
Etwa 10,0 × 5,7 Bogenminuten. Die schräge Sicht auf NGC 7331 macht aus ihrer Scheibe ein räumlich wirkendes Relief: dunkle Staubzüge vor dem hellen Zentralbereich, daneben bläuliche, knotige Spiralarme. In den Armen prägen junge, heiße Sterne das Licht; im Zentralbereich überlagern sich die Beiträge sehr vieler Sterne.
Nahe dem Zentrum setzt SN 2026aaiv einen zusätzlichen punktförmigen Akzent. Erst ihre zeitliche Veränderung und das Spektrum identifizieren sie als Supernova – die Farbe allein genügt dafür nicht.

SN 2026aaiv
SN 2026aaiv – eine Explosion als Lichtpunkt
1,3′ × 1,4′·22h 37m 05.71s +34° 24′ 36.7″
Der enge Ausschnitt misst rund 1,35 × 1,44 Bogenminuten. Die Supernova steht an der TNS-Position 22h 37m 05,618s / +34° 24′ 35,37″ (J2000/ICRS), in Projektion etwa 20″ östlich und 21″ südlich des Galaxienzentrums.
Der zuschaltbare Ring zeigt den Lichtpunkt der Supernova. Sichtbar ist das unaufgelöste Licht der Explosion; ihre expandierende Hülle ist auf dieser Aufnahme nicht als Struktur erkennbar.

Hintergrundgalaxien
Die scheinbaren Begleiter – Galaxien weit dahinter
8,2′ × 4,2′·22h 37m 24.93s +34° 25′ 49.7″
Etwa 8,2 × 4,2 Bogenminuten. Links oben steht NGC 7337, rechts unten die auffällige längliche NGC 7335 und daneben die kleinere NGC 7336. Ihre Positionen wurden über die Bildastrometrie mit SIMBAD abgeglichen. NGC 7340 liegt außerhalb dieses Ausschnitts am oberen Rand des Gesamtbilds und ist dort ebenfalls im Overlay markiert.
Diese Galaxien wirken wie kleine Begleiter von NGC 7331. Tatsächlich liegen sie ungefähr eine Größenordnung weiter entfernt: Der vertraute Gruppenname „Deer Lick Group“ beschreibt hier vor allem die Anordnung am Himmel.
Aufnahme und Bearbeitung
Breitbandaufnahme mit Askar 120APO bei 840 mm Brennweite und ZWO ASI585MC Air. Integriert wurden 48 Lights: 21 × 120 s und 27 × 180 s, insgesamt 2 h 3 min, bei Gain 200. Die in dieser Endfassung eingebettete Aufnahmeprovenienz nennt den Zeitraum 9. September 2026, 22:24 UTC, bis 10. September, 22:23 UTC. Die Integration stammt aus dem dokumentierten 2×-Drizzle-Lauf; die Endfassung wurde in Photoshop ausgearbeitet.
Der Bildausschnitt umfasst etwa 22,1 × 14,7 Bogenminuten. Das zuschaltbare Overlay markiert die Supernova anhand ihrer TNS-Katalogposition auf der astrometrisch gelösten Aufnahme. Der Ring ist eine Positionshilfe, keine aufgelöste Explosionshülle. Die Entdeckungshelligkeit stammt aus ATLAS; aus dieser gestreckten Aufnahme wurde keine eigene Magnitude bestimmt.