Mit M 31 und M 33 beginnt der Blick über unsere Milchstraße hinaus: Ihr Licht war rund zweieinhalb beziehungsweise drei Millionen Jahre unterwegs. Die Galerie reicht inzwischen mit NGC 891, NGC 6946 und NGC 6951 noch weiter. Die beiden nahen Spiralgalaxien bleiben besonders anschaulich, weil sich schon mit einem Gartenteleskop viele Strukturen ihrer Scheiben erkennen lassen.
Die Nachbarschaft
Die Milchstraße gehört zur Lokalen Gruppe, einem Verband über mehrere Millionen Lichtjahre. M 31 und die Milchstraße sind die beiden massereichsten Mitglieder; M 33 ist die dritte große Spiralgalaxie. Dazu kommen zahlreiche kleinere Galaxien. Die genaue Mitgliederzahl hängt unter anderem davon ab, welche sehr lichtschwachen Zwerge bereits entdeckt und sicher zugeordnet sind.
Die Entfernungsangaben sind Näherungswerte; Anordnung und Größen sind schematisch. Der Pfeil zeigt die Annäherung von M 31 entlang unserer Sichtlinie. Ob und wann daraus eine Verschmelzung entsteht, hängt auch von Querbewegung, Massen und den weiteren Mitgliedern der Lokalen Gruppe ab.
Was man da eigentlich sieht
Eine Spiralgalaxie ist ein geschichtetes Objekt, und die Schichten haben verschiedene Bewohner — das Farbthema aus dem Lebenswege-Artikel, eine Größenordnung höher gehängt: gelbe Alte im Zentrum, blaue Junge in den Armen, und die H-II-Regionen aus dem Wasserstoff-Artikel als rote Ortsmarken der laufenden Sternentstehung.
Bulge, Scheibe und Halo; dazu Arme mit leuchtenden Gasregionen. M 31 ist stark geneigt, M 33 zeigt die Scheibe offener. Der Blickwinkel verändert, welche Strukturen im Bild hervorstechen.
Ein paar Dinge, die man dazu wissen sollte:
M 31 ist schon mit bloßem Auge sichtbar. Unter dunklem Himmel erkennt man den hellen inneren Bereich als matten Fleck. Der fotografisch erfassbare Durchmesser ist viel größer; bloßäugige Sichtbarkeit hängt stark von Himmel und Erfahrung ab.
Hier änderte sich unser Bild des Universums. Hubbles Beobachtungen von Cepheiden in M 31 halfen zu zeigen, dass der „Andromedanebel“ ein Sternsystem weit außerhalb der Milchstraße ist.
M 33 besitzt keinen ausgeprägten klassischen Bulge. Ihre Scheibe und Sternentstehungsgebiete prägen das Bild; NGC 604 ist ein besonders großes Beispiel.
Die Zukunft ist offen. Neuere Bahnsimulationen erlauben auch Verläufe ohne Verschmelzung von Milchstraße und M 31 innerhalb der nächsten zehn Milliarden Jahre. Eine sichere Kollision in vier bis fünf Milliarden Jahren lässt sich nicht behaupten.
„Größer“ braucht eine Definition. Sichtbare Ausdehnung, Sternenzahl und Gesamtmasse einschließlich Dunkler Materie sind verschiedene Größen; sie müssen nicht dieselbe Rangfolge ergeben.
Die Nachbarinnen als Typenporträt: links der M-31-Typ — geneigt, gelber Kern, Staubbänder, Begleiter; rechts der M-33-Typ — lose Arme, kaum Kern, übersät mit roten Sternfabriken. Dieses Bild ist KI-generiert — keine Aufnahme, sondern eine Veranschaulichung.
Am eigenen Himmel
Beide Nachbarinnen samt Anhang, fotografiert aus dem Garten:
23 Objekte — zeigenM 31 im Ganzen: eine stark geneigte Scheibe, Staubbahnen und zwei Begleiter im selben Feld. Das Licht aus M 31 war ungefähr zweieinhalb Millionen Jahre unterwegs; die punktförmigen Vordergrundsterne liegen in unserer Milchstraße.Eigene Aufnahme · M 31 · zum Galerieeintrag
1 Objekt — zeigenM 110 ist eine Zwergelliptische und Begleiterin von M 31. Ihr glattes Erscheinungsbild darf nicht mit völliger Staubfreiheit gleichgesetzt werden; dunkle Strukturen sind auch in solchen Systemen möglich.Eigene Aufnahme · M 31 · 33,3′ × 25,4′ · zum Galerieeintrag
1 Objekt — zeigenM 32, kompakt bis zur Absurdität: viel Masse auf winzigem Raum. Eine gängige Deutung sieht in ihr den übrig gebliebenen Kern einer Galaxie, der M 31 bei einer nahen Begegnung die Hülle abgenommen hat — Gezeiten als Bildhauer, eine Nummer größer als bei den Nebeln.Eigene Aufnahme · M 31 · 18,8′ × 19,2′ · zum Galerieeintrag
M 33 mit offenerem Blick auf die Scheibe: ein schwach ausgeprägter Zentralbereich, lockere Arme und rötliche H-II-Regionen. Das Bild macht Sternentstehung in einer fremden Galaxie zugänglich, ohne eine vollständige Karte ihres Alters zu liefern.
8 Objekte — zeigenDer Nordarm von M 33, wo die Scheibe ausfranst: einzelne Hα-Knoten bis an den sichtbaren Rand. Dass sich einzelne Sternentstehungsgebiete einer fremden Galaxie aus einem Vorstadtgarten trennen lassen, ist das vielleicht stillste Wunder dieser Galerie.Eigene Aufnahme · M 33 · 27,1′ × 28,4′ · zum Galerieeintrag